Die Autobiographie: Die Ursache / Der Keller / Der Atem / Die Kälte / Ein Kind


 
Eine wahrlich gelungene Autobiographie...
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Ein Kind; Die Ursache; Der Keller; Der Atem; Die Kälte. 5 Bde. (Gebundene Ausgabe) Thomas Bernhard - einst als unehelicher Sohn eines österreichischen Tischlers und der Tochter des Schriftstellers Johannes Freumbichler von der Familie eher verachtet, heute wohl als einer der genialsten Gegenwartsautoren hoch geschätzt - erzählt in seiner 5-bändigen Autobiographie die Geschichte seiner bewegten Kindheit und Jugend.

Seine Kinderjahre verbringt er anfangs in Wien und bei seinen Großeltern in Seekirchen, später in einem Heim für schwererziehbare Kinder in Thüringen. Während der darauffolgenden Schulzeit am Salzburger Johanneum spielt Bernhard öfter mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Nur die Furcht, damit seinen Großvater zu enttäuschen, hält ihn davon ab. Bereits in diesen jungen Jahren übt Bernhard heftige Kritik an der Gesellschaft - er verurteilt die im Kopf eines jeden Bürgers stets vorhandenen nationalsozialistischen Ansichten.

Eines Tages beschließt der 16-jährige Bernhard anstatt in die Schule in die entgegengesetzte Richtung, zum Arbeitsamt, zu gehen. Er findet, daß er als Lehrling seine Zeit sinnvoller gestalten kann als sie einfach im Gymnasium abzusitzen. Seine neue Lehrstelle soll er bei einem gewissem Herrn Podlaha, einem Kaufmann in einer von den Salzburgern geschmähten Wohnhausanlage, der Scherzhauserfeldsiedlung, antreten.

Dieser von ihm so geliebten Beschäftigung wird ein abruptes Ende gesetzt, als er sich an einem kalten Oktobertag in seinem dritten Lehrjahr beim Abladen von Erdäpfeln eine schwere Grippe zuzieht. Er ignoriert sein Fieber und geht trotzdem seiner Arbeit nach - so daß diese "Erkältung", eigentlich eine leichte Lungenentzündung, ihn den ganzen Winter hindurch verfolgt und sich schließlich zu einer lebensbedrohlichen nassen Rippenfellentzündung ausweitet.

Im chronologisch letzten Band beschreibt Bernhard die furchtbaren Jahre mit seiner Krankheit, in denen er, beinahe ausschließlich in Krankenhäusern und Sanatorien, immer den Tod vor Augen, vor sich hinvegetierend, es jedoch immer wieder geschafft hat, neuen Mut zu schöpfen und sich wieder neu für das Leben zu entscheiden.

Diese Autobiographie ist allen Bernhard-Freunden nur zu empfehlen. Die ergreifenden, realistischen Schilderungen in seinem unverwechselbaren, oft von heftigem Zynismus geprägten Stil, machen sie zu einem wahren Lesegenuß.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 22. Mai 2001
Kundenrezensionen:
3. Eine wahrlich gelungene Autobiographie... (die aktuell angezeigte Rezension)
2. Liebevolle Zusammenstellung
1. Kurzrezension des ersten buches, betitelt »Die Ursache«
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