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Die Geschichte von Knöpfen und anderen Reichtümern
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Der Krieg der Knöpfe (DVD) Mit acht Jahren sah ich die Vorschau zu diesem Film im Fernsehen. Er wurde damals Weihnachten ausgestrahlt und ich konnte mich noch an die Szene erinnern, als Lebrac und Marie vor ihrem selbstgebauten Bandenhaus standen und es vor dem, auf einem Traktor heranrollenden Atzeken, zu beschützen versuchten. Ergreifend, spannend, aufregend. Ich konnte kaum die Beginn des Films abwarten.

Ohne zu wissen worum es ging stürzte ich mich in das Abenteuer vieler kleiner Jungs und eines kleinen Mädchens aus den beiden Orten Longverne und Velrans, die seit Jahren erbitterte Feindschaft ständig aufeinanderstossen läßt. Dr Krieg der Knöpfe und die bescheidenen Mitteln lassen die Kreativität beider Fronten zu Höchstleistungen auflaufen, wenn es darum geht die eigene Ehre zu bewahren. Dennoch gelingt es immer Gefangene zu nehmen und ihne die Ehre mittels Entwendung von schuhbändern und Knöpfen zu nehmen. Der Film spielt in einer kargen Zeit, Ende der 50er, die Dorfbewohner haben nicht viel oder gar kein Geld und Kleidungsstücke gelten als Kostbarkeit. Der Verlust oder Zerstörung dessen, bedeutet auf jeden Fall Ärger; und den nicht zu knapp.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der Longverner. Ihr Anführer heißt lebrac (er ist der Chef weil er der Längste ist), ein rebellischer Junge mit einem schlagwütigen Vater. Seine Kumpels decken unterschiedliche Charaktäre ab - da wären die Brüder Gibus, von denen der Kleine, gerade mal dem kindergarten entwachsen, der Frechste ist. La Crique ist das Gehirn der Truppe, Camus der Älteste und Bacailles, ein Mitläufer, der schließlich der Bande von Longverne noch ordentlich schaden wird. Hinzu kommen noch 20 andere Jungs, die Soldaten quasi.

Der Konflikt lebt von der Spannung, die in ihm steckt und es herrscht Verwirrung, wen diese Spannung mal verloren geht, beispielhaft sei hier der Waffenstillstand beschrieben um ein durch eine Steinschleuder verletztes Kaninchen zu retten. Man merkt das der Krieg durch keine persönlichen Ressentiments genährt wird, sondern einzig aus einer Tradition heraus - in einer Szene werden dies die Väter der Jungs beweisen, die vorher noch ihre Söhne für ihre "Untaten" verprügelt haben.

Der Film geht weit tiefer als viele, viele nachfolgende Kinder- und Jugendverfilmungen, lebt nicht nur von der Action allein, sondern beschreibt ganz nebenbei und dennoch eindringlich die tristen Umstände in denen die Jungs aufwachsen. Allerdings ohne moralisch oder depressiv zu wirken. Die Jungs haben gelernt mit Vorhandenem auszukommen und finden sich mit einer derartigen Selbstverständlichkeit in der Wildnis zurecht, die jedes Stadtkind fassungslos staunen läßt. Zudem wird spielerisch, aber äußerst direkt das politische Verständnis der Bande geschildert. Die Jungs wissen was sie wollen (die Demokratie!) und was nicht (die Monarchie). Sie setzen sich mit dem Problem arm und ganz arm auseinander und wissen auch wie sie mit Verrätern umgehen (gnadenlos).

Fazit: Einer der besten Kinder- Jugendfilme, die je entstanden sind - voller Witz, Charme und berührender Momente, mit völlig frei und natürlich agierenden Darstellern. Für Erwachsene, wie ebenso für Kinder ein Fest und eine Freude.

Die DVD ist ok - als Extra gibts eine restaurierte längere Fassung (etwa 6 Min.) im franz. Original mit optionalen Untertitel, eine Bildergalerie und das Originalplakat - Die Originalsynchro bei der bekannten kürzeren Fassung wurde glücklicherweise behalten.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Plattform der Userkritik besser genutzt werden sollte, als für die Zusammenfassung von Klappentexten.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 26. Dezember 2005
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Der Krieg der Knöpfe. Eine Graphic Novel
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